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Immobilien als Geldanlage

Immobilien als Geldanlage sind abgesehen vom Sparbuch seit jeher die beliebteste Kapitalanlage der Deutschen. Beinahe jeder, der Geld übrig hat, spart auf ein Eigenheim oder setzt jeden Euro dafür ein, seine Hypothekendarlehen und Bausparkredite abzustottern. Dafür gibt es sicherlich gute Gründe. Traditionell gelten Immobilien als beste Geldanlage mit guten Wertsteigerungen. Für die Deutschen hat sich das bislang ausgezahlt. Laut Statistik sind die Preise für Wohnimmobilien durchschnittlich um knapp über 3% pro Jahr gestiegen, an besonders attraktiven Standorten um deutlich mehr.

Weil viele Bundesbürger um den Wert ihrer Geldanlage fürchten, investieren sie zur Zeit in Immobilien und Gold. Bis zu 36 Jahresmieten zahlen Käufer heute für Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäuser in den Toplagen der deutschen Großstädte. Vor der Finanzkrise wurden gleichwertige Immobilien für maximal 22 Jahresmieten gehandelt. Zieht man vom Kauf noch die Erwerbsnebenkosten sowie die Aufwendungen für Instandhaltungen ab, verbleibt nur noch eine Nettoverzinsung von knapp 1,9 Prozent der Geldanlage. Damit liegen die Immobilienerträge sogar unterhalb der Renditen zehnjähriger Bundesanleihen, die rund zwei Prozent abwerfen. Doch bei vernünftiger Planung und Standortwahl bleibt das Eigenheim aber eine gute Investition allein schon aus dem Grund, dass man irgendwo wohnen muss und statt Mieten eben Hypotheken zahlt. Wer sich eine Immobilie nicht zur Eigennutzung, sondern als reine Geldanlage anschafft, wird enttäuscht sein.

Im Schatten der Anlageform „Immobilien“ agiert der so genannte graue Kapitalmarkt. Die Rede ist von Kapitalanlagen, die keine Bank, Versicherung oder Fondsgesellschaft vermittelt; dennoch verlieren Anleger jedes Jahr viele Milliarden Euro. Die Vermittler dieser Geschäfte locken mit hohen Renditen und Steuervorteilen. Die bekanntesten Formen dieser Immobilienkapitalanlagen werden hier kurz zusammengefasst:
Beim so genannten Bruchteilseigentum teilen sich zwei oder mehrere Anleger den Kauf einer vermieteten Eigentumswohnung. Der durchschnittliche Anlagebetrag liegt bei 70.000 Euro. Solche Bruchteilsgemeinschaften lassen sich sehr schwer auflösen.
Geschlossene Immobilienfonds bergen das Risiko von Mietausfällen oder geringeren Mieteinnahmen als langfristig prognostiziert. Hier handelt es sich meist um eine extrem langfristige Anlage mit teilweise hohen Risiken, die sich in der Regel nur für Anleger mit hohem Steuersatz eignet.
Auch Immobiliensparpläne bringen weniger, als sie versprechen. Die Anleger wissen nicht, in welche Immobilien sie investieren. Die Anlage ist extrem langfristig und meist nur mit hohen Verlusten kündbar. In den meisten Fällen ist die Renditeerwartung kläglich.
Beim Timesharing (Teilzeitwohnrecht) kauft der Anleger ein Wohnrecht für ein oder zwei Wochen im Jahr an einer Ferienanlage im In- oder Ausland. Die Investition bewegt sich zwischen 5.000 und 35.000 Euro. Eine Timeshare-Einheit lohnt sich nur, wenn der Anleger sie selbst nutzt, da es keinen Zweitmarkt gibt. Das heißt, die meisten Timeshare-Einheiten sind, abgesehen von den USA, unverkäuflich. Der Anleger ist langfristig an einen Urlaubsort gebunden, hat jährlich Verwaltungskosten zu zahlen und je nach Lage eine teure Anreise in kauf zu nehmen.

In der deutschen Presse werden neuerdings Beteiligungen für Kleinanleger in so genannten Reits (Real Estate Investment Trusts) gepriesen (Alternativ Investment). Die Anleger haften dabei nur beschränkt, allerdings hängt der Erfolg der Investition vom Wissen und Können des General Partners ab.